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DIE SONNE EINFANGEN

Verbraucherzentrale NRW startet Solarstrom-Kampagne

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Foto: reimax16 – Fotolia

Solarstrom für den Eigenbedarf produzieren, die Energiekosten senken und aktiv zum Klimaschutz beitragen. Für Verbraucher:innen in NordrheinWestfalen bieten sich dazu vielfältige Möglichkeiten. Aktuell werden nur drei Prozent der Stromerzeugung im bevölkerungsreichsten Bundesland mit Solarstrom abgedeckt. Dabei entspricht das Sonnenpotenzial in NRW fast der Hälfte des heutigen Stromverbrauchs im Land. Eine gute Gelegenheit für Verbraucher:innen, Teil einer klimaschützenden Energiewende zu werden. Und das Charmante daran – jede:r kann mitmachen, ob auf dem Balkon, der Terrasse oder dem Hausdach.


SOLARTECHNIK FÜR JEDEN HAUSHALT


Aller Anfang ist leicht. Nicht alle Verbraucher:innen haben die Möglichkeit, sich direkt eine große Photovoltaikanlage auf ihr Eigenheimdach zu bauen. Mitmachen und die Sonne ins Haus holen kann aber jede:r. „Stecker-Solargeräte können im Regelfall mit wenig Aufwand aufgebaut und angeschlossen werden“, erklären Werner Reiner der Energieberater der Verbraucherzentrale in Euskirchen und Beratungsstellenleiter Monika Schiffer. „Das Sonnenkraftwerk für den Balkon besteht aus ein bis zwei Standard-Solarmodulen und einem Wechselrichter, der den Gleichstrom der Anlage in 230-Volt-Wechselstrom für den Haushalt umwandelt. Kostenpunkt pro Modul, Wechselrichter und Montagevorrichtung ab 500 Euro. Damit lassen sich jährlich, pro Modul und je nach Standort, 300 Kilowattstunden Strom erzeugen. Bei einem Zweipersonenhaushalt entspricht das ungefähr dem
Jahresverbrauch einer Spül- oder Waschmaschine“. Besitzer:innen von Eigenheimen können sich auf das Hausdach ihr Sonnenkraftwerk bauen lassen, ihr eigener ökologischer Stromversorger werden und das Energiemanagement im Haus optimieren. „Bei allen modernen Photovoltaikanlagen spielt der Eigenverbrauch und damit die Einsparung von Energiekosten eine zentrale Rolle. Das Stichwort ist hier die sogenannte Sektorkopplung mit den hausinternen Schnittstellen Strom, Wärme und Mobilität“, erläutert Energieexperte Werner Reiner. „Mit dem selbsterzeugten Solarstrom lassen sich Batteriespeicher, Wärmepumpe und Elektroheizstäbe für Heizung und Warmwasseraufbereitung speisen. Ebenso können über die hauseigene Ladestation das E-Auto und die E-Bikes mit der Sonnenenergie vom eigenen Dach geladen werden.“


FÖRDERMÖGLICHKEITEN RUND UM DIE SONNE


Der Gesetzgeber hat eine Vielzahl an Programmen aufgelegt, um den Erwerb, die Inbetriebnahme und Modernisierung von Photovoltaikanlagen durch Privathaushalte zu fördern. Die KfW-Bank und das Land NordrheinWestfalen, sowie Kommunen und Energieversorger vergeben unterschiedlichste Zuschüsse und Darlehen. Auch über die Einspeisevergütung für den erzeugten und ins Netz eingespeisten Strom werden Solaranlagen finanziell gefördert. Im Rahmen der Kampagne „Solarstrom@home“ bietet die Verbraucherzentrale NRW unter www.verbraucherzentrale.nrw/sonnenseite umfangreiche Informationen zur Planung, Inbetriebnahme und Förderung von Solarstromanlagen für private Verbraucher:innen.

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Die Schattenseite des Fahrradbooms

Radfahrer müssen nach einem Unfall besondere Regeln beachten

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Die Schattenseite des Fahrradbooms: Allein im Jahr 2020 waren mehr als 100.000 Radfahrer in Deutschland an einem Unfall mit Personenschaden beteiligt. Foto: djd/Roland-Rechtsschutzversicherung/arborpulchra - stock.adobe.com

Die wachsende Beliebtheit des Radfahrens in Deutschland hat auch ihre Kehrseite: Je mehr Radler unterwegs sind, desto häufiger kommt es zu brenzligen Situationen. 2020 waren laut Statistischem Bundesamt mehr als 100.000 Radfahrer und Nutzer von E-Bikes an einem Unfall mit Personenschaden beteiligt, deutlich mehr als 2019. Was müssen Betroffene beachten?

Die wichtigsten Schritte

Wie bei jedem Unfall muss zunächst die Unfallstelle abgesichert, Erste Hilfe geleistet und ein Rettungswagen informiert werden. „Bei Verletzten, Streit über die Unfallursache oder hohem Sachschaden ist zusätzlich die Polizei zu informieren“, erklärt Frank Preidel, Fachanwalt für Verkehrsrecht und Partneranwalt von Roland Rechtsschutz. Dagegen sollte man bei einem geringen Schaden die Unfallstelle unverzüglich räumen. Danach ist es wichtig, mit den anderen Unfallbeteiligten persönliche Daten auszutauschen. Bei Autofahrern sollte man sich Name, Anschrift und das Kfz-Kennzeichen notieren. Bei anderen Radfahrern müssen Name und Anschrift reichen – am besten belegt durch den Personalausweis oder ein anderes Dokument. Auch von Zeugen sollte man sich Namen und Telefonnummern aufschreiben. Das weitere Vorgehen hängt von der Schuldfrage ab. Besteht Einigkeit zwischen den Beteiligten, sollte man gemeinsam einen Unfallbericht ausfüllen. Vorlagen gibt es im Internet. Bei Uneinigkeit muss im Zweifel ein Gericht entscheiden. „In einem solchen Fall sollte man die Polizei informieren, die dann den Unfallhergang rekonstruiert. Ratsam sind zudem eigene Beweisfotos von der Unfallstelle, die im Gerichtsprozess vorgezeigt werden können“, rät Rechtsanwalt Preidel.

Ansprüche nach einem Unfall

Trägt die Gegenseite die Schuld am Unfall, kommt die Haftpflicht des Verursachers für Schäden auf. Ist der Fahrradfahrer verantwortlich, springt seine Privathaftpflicht ein – sofern er eine besitzt. Denn Radfahrer sind gesetzlich nicht zu einem Abschluss dieser Versicherung verpflichtet. Unabhängig davon hilft nach einem Unfall auch ein Fahrrad-Schutzbrief weiter, etwa beim Abschleppen des Rads nach Hause oder in eine Werkstatt. Trägt der Radfahrer keine Schuld am Unfall, kann er bei der gegnerischen Haftpflichtversicherung diverse Ansprüche geltend machen. Dazu zählen eine Unkostenpauschale von 20 bis 25 Euro für allgemeine Kosten, die Kosten der Reparatur oder eines neuen Fahrrads sowie unter Umständen eine Entschädigung für den Nutzungsausfall des Rads. „Bei einem Personenschaden kann man zudem Ansprüche auf Schmerzensgeld geltend machen. Hier empfiehlt es sich, einen Anwalt für Verkehrsrecht hinzuzuziehen, denn Schmerzensgeld lässt sich oft nur schwer durchsetzen“, so Rechtsanwalt Preidel.

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Rhein-Sieg-Kreis

Pferdetransport an A3 gestoppt

Die Tiere waren teils unterernährt, von Parasiten befallen und nicht gesichert.

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Die 14 Pferde waren in dem Anhänger regelrecht eingepfercht / Foto: Rhein-Sieg-Kreis

Das Veterinäramt des Rhein-Sieg-Kreises hat 14 teils unterernährte und kranke Pferde aus Spanien in eine Pflegeunterkunft bringen lassen. Die Tiere wurden bei einer Polizeikontrolle eines Lastwagens aus Spanien auf der A3 Anfang der Woche am Rastplatz Sülztal entdeckt. Der Transport war in Spanien gestartet und auf dem Weg in die Niederlande. Wegen des schlechten Zustandes der Tiere wurde das Veterinäramt eingeschaltet.

Pferde wurden durch Tierarzt versorgt

Das Team des Veterinäramtes fand einen mit 14 Pferden völlig überbelegten Transporter mit Anhänger vor. Einige Tiere waren unterernährt, litten an Parasitenbefall, hatten ausgebrochene Hufe oder waren krank. Fast alle Pferde trugen keine Halfter und standen lose im Transporter, 2 Wallache waren tierschutzwidrig mit dem Kopf nach oben festgebunden. Die Pferde standen dicht an dicht und hatten kaum Möglichkeit sich zu bewegen. Zudem stand den Tieren weder Futter noch Wasser zur Verfügung. Wie sich bei der Kontrolle zudem herausstellte, lag für den Pferdetransport aus Spanien auch kein, für Tiertransporte in der EU vorgeschriebenes, Gesundheitszeugnis vor. Das Veterinäramt des Rhein-Sieg-Kreises konnte die Tiere zunächst für 14 Tage auf einem Pferdehof unterbringen. Dort wurden die Pferde von einem Tierarzt versorgt.

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Mehr als Hitzewallungen

Mit Bewegung, Entspannung und guter Laune durch die Wechseljahre

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Mit guten Freundinnen können Frauen sich über eventuelle Wechseljahresprobleme austauschen - oder sie ganz einfach mal weglachen. Foto: djd/Trivital/Getty Images/Morsa Images

Hitzewallungen hin oder her, die Wechseljahre sind eine natürliche und auch spannende Phase des Umbruchs im Leben einer Frau. In dieser Zeit lässt die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron zunehmend nach. Das kann zwar unangenehme Begleiterscheinungen wie aufsteigende Hitze, Schweißausbrüche und Stimmungsschwankungen mit sich bringen. Doch mithilfe einer positiven Einstellung und gezielter Unterstützung kommt man mit Gelassenheit und Wohlbefinden durch diese mitunter turbulente Zeit.

Sport, Spaß und Entspannung im Alltag

Dabei kann Bewegung helfen. Dass einem durch Sport nur wärmer wird und die Hitze noch mehr aufsteigt, ist ein Mythos. Vermehrte Bewegung lindert vielmehr Häufigkeit und Stärke der Beschwerden. Hitzewallungen, Schlafprobleme und Gelenkbeschwerden lassen sich durch körperliche Aktivität bedeutend verringern, wie aktuelle Studien belegen. Ob Radeln, Schwimmen, Walken oder Tanzen: Geeignet ist, was Spaß bereitet. Und der sollte generell nicht zu kurz kommen, denn in den Wechseljahren können sich auch seelische Veränderungen bemerkbar machen. So schlagen kleine Probleme manchmal schneller aufs Gemüt, Stress und innere Unruhe nehmen zu. Dann ist mehr Entspannung und Me-Time gefragt, also ausreichend Zeit für sich selbst im hektischen Alltag.

Kleine Auszeiten für mehr Me-Time-Momente

Eine Gute-Laune-Playlist mit allen Lieblingssongs zu genießen, tut ebenso gut wie eine kleine Auszeit an der frischen Luft, Yoga oder ein neues Hobby. Auch eine gesunde Ernährung mit frischen Zutaten unterstützt maßgeblich das Wohlbefinden in den Wechseljahren. Zusätzlich kann eine gezielte Nahrungsergänzung zum Erhalt der hormonellen Balance und Vitalität beitragen: Trivital meno enthält qualitativ hochwertige Extrakte der Vitalpilze Cordyceps und Maitake. Dazu Pflanzenextrakte aus Yamswurzel, Melisse, Rotklee und Soja sowie sinnvolle Mineralstoffe und Vitamine wie B6, das die Regulierung der Hormontätigkeit wie auch die normale psychische Funktion unterstützt.

Das Ganze ist nach dem Tag-Nacht-Prinzip aufgebaut: Die Kapseln für den Morgen dienen der Aktivierung, die für den Abend fördern Phasen der Entspannung und Regeneration. Unter www.trivital-hennig.de gibt es weitere Infos und viele Tipps für Körper und Seele. Um mit Beschwerden auch gefühlsmäßig besser zurechtzukommen, helfen zudem Gespräche. Frauen sollten offen mit dem Partner, der Freundin, dem Arzt oder der Ärztin reden. Für den Austausch mit anderen Frauen, die sich in der gleichen Phase befinden, bieten sich auch die sozialen Medien an.

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Handwerk will Ortskräfte ausbilden

Initiative findet viel Zustimmung. Fachkräfte in allen Branchen dringend gesucht.

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Gemeinsam für das Handwerk: (v.l.) Alexander Graf Lambsdorff (FDP), Norbert Walter-Borjans (SPD), Präsident Hans Peter Wollseifer, Mona Neubaur (Die Grünen), Norbert Röttgen (CDU). (Foto: Brodüffel)

„Wir können Freude schmieden und an Träumen feilen/Komm wir bauen die Zukunft/Das, was uns vereint/Lasst uns was tun, was für immer bleibt“ lautet der Refrain der musikalischen Hommage an das Handwerk „Was für immer bleibt“ von Benoby. 5,6 Millionen Handwerker sollen den Song mindestens genauso groß machen wie Andreas Bouranis WM-Hymne „Auf uns“ von 2014. „Mit 130 Berufen ist das Handwerk der vielseitigste Wirtschaftsbereich Deutschlands. Alle Handwerker eint das einzigartige Lebensgefühl, mit den eigenen Händen etwas Bleibendes zu schaffen. Dieses Lebensgefühl bringt der Song „Was für immer bleibt“ rüber“, betonte Präsident Hans Peter Wollseifer bei der Vorstellung des erhofften Chartstürmers während des Politischen Forums in der Handwerkskammer Köln. Beim Zuhören markierten Alexander Graf Lambsdorff (FDP), Mona Neubaur (Die Grünen), Norbert Röttgen (CDU) und Norbert Walter-Borjans Textstellen, die aus ihrer Sicht am besten zum jeweiligen Wahlprogramm passen. „Du brennst für jeden neuen Tag im Leben“ war der Favorit. „Das nächste Jahrzehnt ist ein Schicksalsjahrzehnt. Für die große anstehende Transformation muss man jeden neuen Tag brennen“, meinte Norbert Röttgen.

Fachkräfte dringend gesucht

Alle großen Herausforderungen wie Klimaschutz, Wohnungsbau und Digitalisierung, so Präsident Wollseifer, seien aber nur mit gut ausgebildeten Fachkräften zu bewältigen. Der Mangel an Fachkräften nehme mittlerweile dramatische Ausmaße an. „Das Handwerk könnte die afghanischen Ortskräfte, die der Bundeswehr geholfen haben, hier bei uns zu guten Handwerkern ausbilden und ihnen eine Lebensgrundlage schaffen“, sagte der Hürther, der mit seinem Vorschlag auf breite Zustimmung traf. Mona Neubaur und Alexander Graf Lambsdorff kritisierten die Abschiebung von gut integrierten und leistungsbereiten Azubis. Norbert Walter-Borjans warb für die Gleichwertigkeit von akademischer und handwerklicher Ausbildung: „Abitur und Studium sind nicht mehr wert als eine handwerkliche Ausbildung. Außerdem kann man nach seiner Ausbildung immer noch seinen Ingenieur machen.“ Norbert Röttgen wies auf die Notwendigkeit qualifizierter Zuwanderung hin. Neubaur lud Wollersheim ein, mit ihr gemeinsam am Klimastreik von Fridays for Future am 24. September teilzunehmen. Dort könnte er für Ausbildung im Klimaschutz werben. Für den Klimaschutz demonstrieren und Photovoltaik- Anlagen installieren passten gut zusammen. Auch beim Ausbau der Digitalisierung gab es viel Übereinstimmung. Lambsdorff plädierte für das „Once-Only-Prinzip“: Bürgerinnen und Bürger müssten bestimmte Daten der öffentlichen Verwaltung nur noch einmal mitteilen und nicht mehr jeder Behörde.

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Vom Tatort ins Labor

50 Jahre Rechtsmedizin für die Region. Ein spannender Einblick in die Welt der Toten.

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Professor Dr. Markus Rothschild (2.v.r.) und seine Mitarbeiter werden oft mit Gutachten zu komplexen Blutspuren beauftragt (Foto: Uniklinik Köln)

Rechtsmediziner haben Hochkonjunktur: Kein Krimi kommt heutzutage ohne Szenen aus dem Sektionssaal aus. Wenn sich im überwiegend in Köln produzierten Münsteraner „Tatort“ der schrullig-arrogante Professor Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne über die Leiche beugt und seinem Hassfreund Kriminalhauptkommissar Frank Thiel sagt: „Der Mann ist exakt um 22.40 Uhr gestorben“, dann ist das reine Fiktion. „Wir können allenfalls eine stundengenaue Orientierung geben. Das liegt an der Temperaturabhängigkeit aller zu messenden Befunde. Die Umgebungstemperatur ist nicht immer bekannt oder ändert sich während der Liegezeit des Körpers“, erklärt Professor Dr. Markus Rothschild, Leiter des nun seit 50 Jahren  bestehenden Instituts für Rechtsmedizin der Uniklinik Köln für die Region und bekennender „Tatort“-Fan.  Den 58-jährigen faszinieren die vielfältigen spannenden Aufgaben, denen er sich mit 60 Beschäftigten widmet  Das Institut verfügt über drei große Abteilungen: Die forensische Traumatologie und Pathologie untersucht sowohl Lebende als auch Tote vor dem Hintergrund rechtlicher Fragestellungen. In der forensischen Molekulargenetik beschäftigen sich die Experten vor allem mit der Abstammung und spurenkundlichen Fragestellungen. In den Laboren der forensischen Toxikologie werden Giftnachweise erbracht.

Mord mit der Armbrust

Ein Beispiel aus der Untersuchung von Tötungsdelikten – in diesem Fall eine tödliche Schussverletzung durch eine erlaubnisfreie Armbrust: Der Täter lockte seinen 22-jährigen Nebenbuhler in der Nähe einer regionalen Diskothek unter einem Vorwand auf ein freies Feld, wo er ihm dann von hinten in den Kopf schoss. Anschließend brach der Täter den aus dem Einschussbereich herausragenden Rest des Bolzens ab, sodass von außen nichts zur erkennen war, da die Eintrittsverletzung innerhalb der dicht behaarten Kopfschwarte lag und kein Blut aus der Wunde trat. Der Armbrustbolzen verletzte das Kleinhirn und den Hirnstamm tödlich. Erst durch die Obduktion wurde dieses Tötungsdelikt aufgedeckt. Auch die Identifizierung von Toten etwa durch das Zahnschema, Fingerabdrücke und Körpermerkmale gehören zu den Aufgaben.

Tiger auf dem Tisch

2012 sorgte die staatsanwaltlich angeordnete Obduktion eines im Kölner Zoo erschossenen Sibirischen Tigers für landesweite Aufmerksamkeit. „Altai“ hatte eine Tierpflegerin angefallen und getötet. Durch die Untersuchung konnte bestätigt werden, dass nur eine einzelne tödliche Schussverletzung vorlag und das Tier ansonsten in einem guten Zustand war. „Auch stand die Frage im Raum, ob der Tiger erst durch den Schuss so aggressiv wurde, dass es die Tierpflegerin durch einen Biss in den Hals tödlich verletzte. Dies konnte durch die Obduktion ausgeschlossen werden, da das Projektil das verlängerte Halsmark des Tigers durchtrennt hatte, sodass die Raubkatze mit dem Treffer sofort zusammengebrochen sein musste“, erzählte Rothschild.

Die Obduktion des Sibirischen Königstigers aus dem Kölner Zoo (Foto: Uniklinik Köln)

Genetischer Fingerabdruck

In der forensischen Molekulargenetik steht die DNA-Analyse im Mittelpunkt. Diese gibt den Ermittlern neue Möglichkeiten, einen mutmaßlichen Täter mit biologischen Tatortspuren seine Straftat nachzuweisen – auch noch nach Jahrzehnten. Der genetische Fingerabdruck hat die Arbeit der Rechtsmedizin revolutioniert. Im nach dem neuesten Stand der Technik ausgestatteten Labor des Instituts werden jedes Jahr mehrere Hundert Spuren- und Abstammungsfälle mit einigen Tausend Einzelproben analysiert. „Diese Spuren werden entweder in Form von am Tatort gefundenen Abrieben auf Watteträgern übersandt oder als Originalasservate wie Waffen, Werkzeuge oder Kleidungsstücke dem Labor zur Verfügung gestellt“, erläutert Rothschild, dessen Expertise auch von der Bundesanwaltschaft geschätzt wird.  

Dem Giftmord auf der Spur

Bei der forensischen Toxikologie dreht sich alles um den Nachweis von Giften, zu denen auch Medikamente, Alkohol und Drogen gehören. Das können Blut- und Haarproben genauso sein wie Getränkereste, wenn es zum Beispiel um K.O.-Tropfen geht. Untersucht wird, ob ein Autofahrer unter dem Einfluss von Drogen, Medikamenten oder Alkohol unterwegs war. Diese Stoffe spielen auch eine Rolle, wenn es bei Straftaten um eine verminderte Steuerungs- oder Schuldfähigkeit geht. Natürlich werden auch Giftmorde untersucht. Rothschild: „So konnten durch die toxikologischen Untersuchungen an exhumierten Leichen nachgewiesen werden, dass eine Altenpflegerin mehrere Patienten mit Chlorprothixen-haltigen Medikamenten vergiftet hatte.“ Das Landgericht verurteilte die Altenpflegerin in fünf Fällen wegen Mordes zu lebenslanger Freiheitsstrafe.

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Hochwasser

Autobahn AG Update zu A1 und A61

Unwetter verursachten 100 Millionen Euro Schäden

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A1/A61 im Dreieck Erfttal. (Foto: Autobahn AG)

Weggespülte Brücken, auf kompletter Breite durchgepflügte Autobahnen, über Kilometer abgerutschte Böschungen sowie eingestürzte Lärmschutzwände: Die verheerenden Unwetter im Juli verursachten an den Autobahnen in der Region rund 100 Millionen Euro Schaden. Willi Kolks, Außenstellenleiter der Autobahn AG: „Wir gehen davon aus, dass wir bis zum Jahreswechsel das Gros der Schadstellen beseitigt haben. Unser großes Ziel ist es, die A61 in beiden Fahrtrichtungen allen Verkehrsteilnehmern möglichst schnell wieder zur Verfügung zu stellen.“ Aufgrund nicht auszuschließender Spätfolgen wird es punktuell aber immer wieder zu Eingriffen in den Verkehr auf den Autobahnen im südlichen Rheinland kommen.

Die wichtigsten Maßnahmen im Überblick

A1/A61: Erneuerung der Fahrbahn zwischen Kreuz Bliesheim und Dreieck Erfttal. Die Erneuerung der Fahrbahn in Richtung Norden soll Ende 2021 abgeschlossen sein. Im Zuge dieser Maßnahme wird eine provisorische Rampe im Dreieck Erfttal zur A61 nach Venlo geplant. Um die A61 in diese Richtung dann komplett öffnen zu können.

A1/A61/A553: Schäden im Kreuz Bliesheim. In zwölf Bereichen rutschten Böschungen ab. In den nächsten Wochen erfolgt die Erneuerung der Fahrbahn und der Kanäle. Anfang 2022 sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

A61: Zerschneidung bei Swistal. Die Fahrtrichtung Venlo kann voraussichtlich Anfang Oktober zwischen der Anschlussstelle Rheinbach und dem Kreuz Bliesheim wieder freigegeben werden, um den regionalen Verkehr zu entlasten. Eine Öffnung ab dem Autobahnkreuz Meckenheim erfolgt bis auf Weiteres nicht.

A553: Böschungsschäden zwischen Autobahnkreuz Bliesheim und Anschlussstelle Brühl. Aktuell laufen Sicherungsmaßnahmen und die Errichtung einer neuen Drainage entlang der A553. Alle Arbeiten sollen bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Bereits im Oktober soll eine durchgängige Zweizügigkeit in Fahrtrichtung Köln eingerichtet werden.

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Kreise & NRW

Erfrischend einfach

Auch Eistee lässt sich nun mit Wassersprudler und Sirup einfach selbst mischen

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Wer seinem Wasser etwas mehr Geschmack verleihen möchte, kann auch Erfrischungsgetränke bekannter Marken mit einem Wassersprudler zubereiten. Foto: djd/www.sodastream.de

Selbstmachen lautet die Devise. Das gilt nicht nur für den Do-it-yourself-Geist beim Heimwerken, sondern auch beim Mixen erfrischender Getränke. Schätzungen zufolge nutzen bereits Millionen Haushalte, egal ob Familien, Pärchen oder Singles, einen Wassersprudler, um Leitungswasser selbst aufzusprudeln. Tatsächlich können wir kaum ein anderes Lebensmittel in Deutschland so unbekümmert zu uns nehmen wie Trinkwasser aus dem Hahn. Es wird regelmäßig kontrolliert und ist somit von hervorragender Qualität und als Basis zum Sprudeln bestens geeignet.

Eistee-Sirups in drei Geschmackssorten

Wer seinem Wasser gerne etwas mehr Geschmack verleihen möchte, kann auch Erfrischungsgetränke bekannter Marken ganz einfach und schnell mit einem Wassersprudler zubereiten. Der Wassersprudler-Hersteller SodaStream beispielsweise bietet in Zusammenarbeit mit der Eisteemarke Lipton drei neue Sirups an. Die Auswahl umfasst neben den Klassikern Pfirsich und Zitrone auch die Trendsorte Green Tea mit fruchtigem Citrusgeschmack. Aus einer 440-Milliliter-Sirup-Flasche lassen sich bis zu neun Liter Eistee zubereiten. Das entspricht der Getränkemenge eines regulären Sixpacks mit 1,5 Literflaschen. Einfach kaltes Leitungswasser aufsprudeln, mit den Sirups mischen und fertig ist das sommerliche Erfrischungsgetränk.

Praktisch und gut für die Umwelt

Das ist einer der Vorteile von Wassersprudlern: Unzählige Einwegplastikflaschen lassen sich damit einsparen. Das kommt vor allem der Umwelt zugute und jeder kann damit ganz einfach einen aktiven Beitrag leisten. Die Sprudelgeräte sind handlich und leicht, dank ihrer geringen Größe nehmen sie kaum Platz zu Hause ein. Allem voran ist aber mit dem Schleppen von Kisten, Sixpacks und Co. endlich Schluss.

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Alfter

Alanus Hochschule begrüßt Erstsemester

Start ins erste Semester für rund 400 Studienanfänger*innen

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Semesterstart an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft / Foto: Alanus Hochschule

An der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft in Alfter bei Bonn starten heute rund 400 Studienanfänger:innen ins Herbstsemester 2021/2022. In einer Videobotschaft begrüßen Rektor Hans-Joachim Pieper sowie Studentin Christina Hunold die neueingeschriebenen Studierenden und stimmen diese auf das Studium an der Hochschule ein. Ziel im neuen Semester ist es, möglichst viele Lehrveranstaltungen wieder vor Ort stattfinden zu lassen – unter Einhaltung der Corona-Schutzverordnung sowie der 3G-Regel. Aufgrund der Corona-Pandemie hatten die vergangenen 18 Monate überwiegend als Online-Studium stattgefunden. In seiner Begrüßungsansprache appellierte Rektor Pieper an eine möglichst hohe Corona-Impfbereitschaft der Studierenden, die zentrale Voraussetzung für die Vorlesungszeit in Präsenz sei.

3G für Präsenz und Miteinander

Rektor Pieper hebt in diesem Zusammenhang auch die Besonderheit der Hochschule hervor: „An der Alanus Hochschule legen wir einen großen Wert auf die persönliche Entwicklung – und die gelingt umso besser, je mehr wir uns direkt begegnen und miteinander verständigen können.“ Auch Christina Hunold bestätigt aus Student:innensicht die große Bedeutung des Miteinanders in Präsenz. „Die Alanus Hochschule ist ein einzigartiger Ort, um kreativ zu sein und interessante Menschen kennenlernen zu können“ ergänzt die Kunststudentin, die zum Start des Semesters vom Bachelor- ins Masterstudium wechselt.

Zwei neue Kurse im Studienprogramm

Eine Besonderheit in diesem Jahr: Die Alanus Hochschule geht mit zwei neuen Studiengängen an den Start. In den neuen Bachelorstudiengängen performART sowie Wirtschaft & Schauspiel beginnen über 30 Studierende mit einem Studium. Nach erfolgreicher Akkreditierung bietet das Fachgebiet Schauspiel die beiden Studiengänge zum Herbstsemester in Alfter nun das erste Mal an.

Von den rund 400 Studienanfänger:innen beginnen über 250 Erstsemester ein Bachelorstudium in Alfter. Etwa 125 Student:innen nehmen hier ein Masterstudium auf. Am Studienzentrum der Alanus Hochschule in Mannheim beginnen zum neuen Semester gut 100 Studierende einen Bachelor- oder Masterstudiengang. Die staatlich anerkannte Hochschule hat aktuell über 1600 Studierende in etwa 25 Bachelor- und Masterstudiengängen.

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Bornheim | Freizeit & Kultur

Böll mit dem Rad und zu Fuß erleben

Geführte Radwanderung auf den Spuren von Heinrich Böll

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Den Heinrich Böll Wanderweg erkunden / Foto: Stadt Bornheim

Zu einer geführten Radwanderung von Bonn nach Bornheim-Merten laden die Stadt Bornheim, der ADFC und das Katholische Bildungswerk Rhein-Sieg-Kreis am Samstag, 2. Oktober 2021, ein. Treffpunkt ist um 13 Uhr am Hauptgebäude der Universität (Hofgartenseite, Regina-Pacis-Weg 3). Von dort geht es mit dem Fahrrad zunächst am Rhein entlang und dann durch die reizvolle Landschaft des Vorgebirges.

Gegen 14:30 Uhr werden die Radfahrer den Heinrich-Böll-Platz erreichen. Von hier geht es zu Fuß weiter entlang des Heinrich-Böll-Wegs, der 2017 eröffnet wurde. Wer möchte, kann sich der Wanderung also auch vor Ort ohne Rad anschließen.

Entlang des Wegs lassen Stadtarchivar Jens Löffler und Kunsthistorikerin Christel Diesler die Mertener Jahre und Lieblingsplätze des Nobelpreisträgers Revue passieren und beleuchten das Verhältnis des seinerzeit umstrittenen Literaten zu den Menschen vor Ort. Die Veranstaltung dauert bis ca. 16:30 Uhr. Die Teilnahme ist kostenlos.

Von 1982 bis 1985 lebte Heinrich Böll bei seinem Sohn René Böll in Bornheim-Merten. Dort verbrachte der gesundheitlich angeschlagene Autor und gebürtige Kölner seine letzten Jahre und mischte sich in die politischen und gesellschaftlichen Debatten der 1980er-Jahre ein. Nach seinem Tod am 16. Juli 1985 fand er auf dem Alten Mertener Friedhof seine letzte Ruhe. Das gemeinsame Grab von Böll und seiner Frau Annemarie, die 2004 verstarb, hat Sohn René Böll gestaltet.

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Rhein-Erft-Kreis

Auftakt zu den jüdischen Kulturwochen

Auf den Spuren jüdischen Lebens im Rhein-Erft-Kreis

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Spektakuläre Leihgabe aus Rom: Kardinal Woelki, Abraham Lehrer vom Zentralrat der Juden in Deutschland und Ulrike Lubek vom Landschaftsverband Rheinland präsentierten mit dem Dekret Kaiser Konstantins ein Dokument von welthistorischer Bedeutung. Das an Köln adressierte Dekret aus dem Jahre 321 ist das Fundament für das Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. (Foto: Brodüffel)

Der Rhein-Erft-Kreis präsentiert mit allen kreisangehörigen Städten vom 24. September bis 25. November 2021 die jüdischen Kulturwochen mit Ausstellungen, Vorträgen, Musik und Literatur. Drei Beispiele aus dem umfang- und facettenreichen Programm: Hürth, Löhrerhof, 24.9.,15 Uhr. Bei einem Rundgang durch Alt-Hürth stellt Archivleiter Michael Cöln geschichtsträchtige Orte vor und erzählt Episoden aus der Geschichte der jüdischen Bevölkerung Hürths. Wesseling, Rathaus, 30.9, 19.30 Uhr. Die Ausstellung „Shalom Chaferim“ thematisiert die vielfältigen Aspekte jüdischen Lebens und des Miteinanders sowie die Geschichte der jüdischen Gemeinden vom Mittelalter bis in die Gegenwart in der Region. Brühl, Museum für Alltagsgeschichte, 22.10. bis 9.11. Das Museum zeigt Einblicke in das Leben ehemaliger jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger in Brühl. Das komplette Programm unter www.juedische-kulturwochen-rhein-erft.de

Dekret Kaiser Konstantins in Köln

Seit dem 15. September ist das Dekret Kaiser Konstantins aus dem Jahre 321 im erzbischöflichen Museum Kolumba ausgestellt.  Das Dokument belegt die mindestens 1700-jährige Existenz von Jüdinnen und Juden nördlich der Alpen. Bis zum 11. Oktober wird die spektakuläre Leihgabe der Bibliotheca Vaticana  anlässlich der Ausstellung „In die Weite. Aspekte jüdischen Lebens in Deutschland“ noch zu sehen sein. Die einzigartige Ausstellung in Kolumba über jüdisches Leben dauert bis 15. August 2022. Im Dezember 321 erließ Kaiser Konstantin ein an Köln adressiertes, im ganzen Reich gültiges Gesetz. Es besagte, dass Juden Ämter in den Kurien, den römischen Stadträten, bekleiden durften. Es ist die früheste Quelle zur Existenz von Jüdinnen und Juden in den nördlichen Provinzen des Reiches und damit in den heutigen deutschsprachigen Räumen. Es begründet das diesjährige Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ und ist Ursprung aller Überlegungen zu diesem Thema.

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